COACHING
Die Etape du Tour vorbereiten
Jean-Baptiste WIROTH
Jedes Jahr ist die Etape du Tour ein absolutes Muss für alle Radsportfanatiker, die ihre Leistungen an einer Etappe der Tour de France messen möchten. In diesem Jahr stehen zwei Wettkämpfe auf dem Programm mit einer Alpenetappe und einer zweiten Etappe im französischen Zentralmassiv.
Weniger als 2 Monate vor dem Ziel ist es wichtig, den Vorbereitungsrhythmus zu beschleunigen und genaue Trainingsziele festzulegen.
Analyse der Strecke
Modane - Alpe d'Huez
Datum: Montag, 11. Juli
Entfernung: 109 km
Kumulierter positiver Höhenunterschied: 3400 m
Schlüsselpunkt: Ankunft auf dem Gipfel des Alpe d'Huez
Issoire - St. Flour
Datum: Sonntag, 17. Juli
Entfernung: 210 km
Kumulierter positiver Höhenunterschied: 3800 m
Schlüsselpunkt: eine Vielzahl von Hügeln
Die Arbeitsachsen
Um am großen Tag in Topform zu sein, muss an verschiedenen wichtigen Punkten gearbeitet werden:
- Sich seinem Wettkampfgewicht annähern : Aufgrund der vielen Steigungskilometer und des globalen positiven Höhenunterschieds sollte darauf geachtet werden, dass man am Tag X nicht zu viel überflüssiges Gewicht "hochhieven" muss. Daher ist es extrem wichtig, sich seinem Wettkampfgewicht so weit wie möglich anzunähern. Sie müssen jetzt etwas unternehmen, wenn Sie Gewicht verlieren möchten.
- Seine spezielle Ausdauer aufbauen : Solche Strecken, insbesondere jene zwischen Issoire und St. Flour erfordern eine große Ausdauer und die Fähigkeit, Steigungen in einem relativ intensiven Rhythmus bewältigen zu können, ohne dass es zu einer vorzeitigen Aufzehrung der Energie- oder Muskelreserven kommt. Deshalb ist das Training an der anaeroben Schwelle (Intensität ab der sich in den aktiven Muskeln Milchsäure ansammelt) Pflicht. Innerhalb der kommenden Wochen muss daher an dieser Schwelle gefahren werden.
- Sich mental vorbereiten : Ultra-Ausdauer-Wettkämpfe setzen sowohl physische als auch mentale Qualitäten voraus. Daher ist es wichtig, wirklich und wahrhaftig an seiner mentalen Verfassung zu arbeiten. Dazu gehört eine objektive Analyse seiner Stärken und Schwächen sowie die Fähigkeit, Schwierigkeiten selbstbewusst und gelassen zu meistern und das sowohl während der Vorbereitungsphase als auch am Tag X.
In der Praxis
Vorausgesetzt, die Grundlagen sind vorhanden, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um das Trainingspensum auf durchdachte und individuelle Weise anzupassen. Daher ist es sinnvoll, ein paar Zwischenziele einzuplanen:
- Einen Belastungstest im Labor oder auf dem Gelände durchführen: Sollte dies noch nicht geschehen sein, ist es jetzt noch nicht zu spät, um einen Belastungstest in einem Zentrum für Sportmedizin durchführen zu lassen (oder einen Geländetest mit einem Leistungsmesser). Es geht darum, anhand eines Leistungsprofils die Stärken und Schwächen zu erkennen.
- An ein oder zwei Vorbereitungswettkämpfen teilnehmen: Vorbereitungswettkämpfe sind unabdingbar für die Motivation und um zu sehen, "wo man steht". Es ist nicht ratsam, Ende Juni oder Anfang Juli ein großes Radrennen auf das Programm zu setzen, denn dann besteht die Gefahr, dass Sie sich auf der Strecke zu sehr verausgaben und am 18. Juli erschöpft ankommen. Dabei ist es GRUNDLEGEND WICHTIG, frisch und ausgeruht an den Start der Etape du Tour zu gehen.
- Mitte Juni eine Überbelastungsphase einbauen. Ohne eine Trainings-Überbelastung kann es nicht wirklich zu Fortschritten kommen. Überbelastung heißt, dass es sich um eine ungewohnte Trainingsbelastung handelt. So empfiehlt es sich zum Beispiel, das Volumen und die durchschnittliche Intensität des Trainings während 10 bis 20 Tagen Mitte Juni zu steigern. Wenn Sie normalerweise 6-7 Stunden pro Woche fahren, müssten Sie versuchen, das Stundenvolumen um 50 % zu erhöhen, d. h. auf 9-11 Stunden anzuheben und dabei spezifische Trainingseinheiten einbauen (wenn möglich Berganstiege). Die Teilnahme an einem Radsport-Trainingslager in diesem Zeitraum ist eine gute Möglichkeit, um diese Überbelastung unter den besten Voraussetzungen umzusetzen, insbesondere um gezielt zu trainieren und um sich nach den Trainingseinheiten effizient zu erholen. Darüber hinaus bietet die Steigerung des Trainingsprogramms eine gute Gelegenheit, um noch ein paar überflüssige Kilos loszuwerden.
Programm
Dauer: 6 Wochen
Beginn: 6. Juni
NB : Vor Beginn des Programms eine Woche aktive Erholung einplanen.
|
Woche 1 |
Dauer |
Intensität |
Inhalt der Trainingseinheit |
| Wochenziel : Wieder in Fahrt kommen nach der Erholungswoche | |||
|
Einheit 1 (Woche ) |
2h30 |
I1 i2 i3 i4 i5 |
Strecke |
|
Einheit 2 optional (Woche ) |
1h |
I1 i2 |
Strecke |
|
Einheit 3 (Wochenende) |
3h30 |
i1 i2 i3 i4 |
Strecke |
|
Einheit 4 (Wochenende) |
3h |
I1 i2 i3 |
Strecke |
Gesamt : 10h
|
Woche 2 |
Dauer |
Intensität |
Inhalt der Trainingseinheit |
| Wochenziel : Die Überbeanspruchung im Bereich "Volumen" fortsetzen und ein "Schock"-Wochenende 3 Wochen vor der Zielvorgabe einlegen | |||
|
Einheit 1 (Woche ) |
3h30 |
I1 i2 i3 i4 i5 |
Strecke |
|
Einheit 2 optional (Woche ) |
1h |
i1 i2 |
Strecke |
|
Einheit 3 (Wochenende) |
5h |
I1 i2 i3 i4 |
Strecke |
|
Einheit 4 (Wochenende) |
4h |
I1 i2 i3 |
Strecke |
Gesamt : 13h30
|
Woche 3 |
Dauer |
Intensität |
Inhalt der Trainingseinheit |
| Wochenziel : Abschluss der Überbelastungsphase mit einem Abschnitt "Intensität" | |||
|
Einheit 1 (Woche ) |
3h |
I1 i2 i3 i4 i5 |
Strecke |
|
Einheit 2 optional (Woche ) |
1h |
i1 i2 |
Strecke |
|
Einheit 3 (Wochenende) |
4h |
I1 i2 i3 i4 |
Strecke
|
|
Einheit 4 (Wochenende) |
2h |
I1 i2 i3 |
Strecke |
Gesamt : 11h
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Woche 4 |
Dauer |
Intensität |
Inhalt der Trainingseinheit |
| Wochenziel : Beginn der Phase für den letzten Schliff ohne dabei der Versuchung nachzugeben, sich weiterhin extrem zu belasten! | |||
|
Einheit 1 (Mittwoch oder Donnerstag) |
2h30 |
I1 i2 i3 i5 |
Strecke |
|
Einheit Woche optional |
1h |
i1 i2 |
Strecke |
|
Einheit 2 (Wochenende) |
3h |
I1 - i7 |
Strecke |
Gesamt : 6h30
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Woche 5 |
Dauer |
Intensität |
Inhalt der Trainingseinheit |
| Wochenziel : Die Erholung abschließen und ein Maximum an physischer und mentaler Energie sammeln für den großen Tag | |||
|
Einheit 1 optional |
1h |
i1 i2 |
Strecke |
|
Einheit 2 (Donnerstag) |
2h |
i1 - i7 |
Strecke |
|
Einheit 3 (Sonntag) |
1h |
i1 i2 i3 i7 |
Strecke |
Gesamt : 4h
|
Woche 6 |
Dauer |
Intensität |
Inhalt der Trainingseinheit |
| Wochenziel : Sich zwischen den 2 Wettkämpfen erholen | |||
| Etape du Tour: Modane - Alpe d'Huez (Montag, 11. Juli) | |||
|
Einheit 1 optional |
1h |
i1 i2 |
Strecke |
|
Einheit 2 (Donnerstag) |
2h |
i1 - i7 |
Strecke |
|
Einheit 3 (Samstag) |
1h |
i1 i2 i3 i7 |
Strecke |
| Etape du Tour: Issoire - St. Flour (Sonntag, 17. Juli) | |||
Gesamt : 4h
Die Trainingsintensität
Die Intensität einer Trainingseinheit muss dosiert werden unter Berücksichtigung der Herzfrequenz, der Leistungsfähigkeit und/oder dem Empfinden. Die Intensität des Trainings sollte idealerweise basierend auf einem in einem sportmedizinischen Labor durchgeführten Belastungstest festgelegt werden. Sollten solche Ergebnisse nicht vorliegen, können zwei Gleichungen gebraucht werden, um die maximale Herzfrequenz (HFmax) ungefähr zu bestimmen:
- Mann: HFmax = 220 - Alter in Jahren
- Frau: HFmax = 226 - Alter in Jahren
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Zone |
% HFmax |
% MAL |
damit gepaarte Empfindungen |
|
I7 (kurzer Sprint) |
nicht signifikant |
180 – 300 |
- Muskelkribbeln direkt nach der Anstrengung |
|
I6 (langer Sprint) |
nicht signifikant |
100 – 180 |
- maximaler Muskelschmerz während der Anstrengung |
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I5 MAL (maximale aerobe Leistung) |
95 – 100 |
80 – 100 |
- schnelle Zunahme der Muskelschmerzen |
|
I4 (anaerobe Schwelle) |
90 – 95 |
75 – 80 |
- progressive Zunahme der Muskelschmerzen |
|
I3 (Tempo) |
85 - 90 |
65 - 75 |
- Auftreten von leichten Muskelschmerzen während der Anstrengung |
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I2 (Basis-Ausdauer) |
75 - 85 |
50 - 65 |
- keine Muskelschmerzen |
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I1 (Erholung) |
< 75 |
40 - 50 |
- überhaupt keine Muskelschmerzen |
Jean-Baptiste WIROTH
Doktor der Sportwissenschaften Gründer der WTS - The Coaching Company®, Gesellschaft für Sport-Coaching
Website : http://www.wts.fr
E-mail : jb.wiroth@wts.fr









































